Gesamtschule Niederkassel
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Digitales Praktikum


Die Deutsche Telekom AG bot im Frühjahr 2021 erstmalig ein Praktikum in virtueller Form an, um es Schülerinnen und Schülern trotz der Pandemie zu ermöglichen, sich intensiv mit einem Berufsbild auseinanderzusetzen. Die Gesamtschule Niederkassel begrüßte das Angebot der Deutschen Telekom AG und machte digital Werbung für dieses außergewöhnliche Praktikum. Hier ein Erfahrungsbericht von Lukas Kreutz (Jahrgang 9), der vom 12. April bis zum 23. April 2021 ein digitales Praktikum bei der Deutschen Telekom AG absolvierte:

 

 

Mein virtuelles Praktikum bei der Deutschen Telekom AG

Was vorab wichtig ist: Die Telekom erwähnte während des Praktikums öfter, dass das Online-Praktikum ein Pilotprojekt ist, das heißt, es war der erste Durchlauf in dieser virtuellen Form. Es wurde viel Feedback erfragt und es ändern sich vielleicht demnach noch einige Dinge.

Bereits die Bewerbung für das Praktikum war anders als bei anderen, kleineren Betrieben. Man benötigte lediglich einen Lebenslauf und das letzte Zeugnis. Diese Unterlagen einschließlich eines Nachweises der Schule sollte man per E-Mail an eine besondere E-Mailadresse (ausbildung@telekom.de) senden.

In die E-Mail sollte man zusätzlich noch schreiben, wieso man unbedingt dieses Praktikum absolvieren möchte und ob man sich eher für den IT- oder für den kaufmännischen Bereich interessiert. Das hatte am Ende aber nur wenig Einfluss auf den Praktikumsverlauf. Ich hatte mich für IT-Bereich entschieden.

Für die Teilnahme wurde vorausgesetzt, dass die Teilnehmenden ein stabiles Internet haben, einen eigenen Laptop oder Computer besitzen und dass man in der Schule Mathe und Informatik mag oder gut kann. Bewerben konnte man sich für das Praktikum auch nur dann, wenn man es im Rahmen eines Pflichtpraktikums der Schule durchführte. Daher muss ein Nachweis der Schule vorliegen. Nachdem ich angenommen wurde, erhielt ich erste Informationen und sollte ein Datenschutz-Zertifikat in einer eigenen App namens „Privacy Academy“ erwerben.

Im Verlauf des Praktikums gab es verschiedene Personengruppen, die einen begleiteten:

  1. Praktikumsbegleiter: Bei ihnen konnte man sich melden, wenn man z.B. in eine Videokonferenz nicht hinein kam. Sie waren auch immer bei den „Checkouts“ (mehr dazu unten) dabei.
  2. Moderatoren: Sie moderierten den Tag und führten den „Good Morning Call“ (mehr dazu unten) durch.
  3. Buddy: Dies war jemand, der zu dieser Zeit bei der Telekom studierte oder eine Ausbildung durchführte. Man konnte sie alles über das Studium / die Ausbildung fragen und sie waren auch manchmal bei den Checkouts dabei.
  4. Vortragende: Die Vortragenden kamen immer aus dem Bereich der Telekom, den sie vorstellten. Sie haben also stetig gewechselt.

Für das Praktikum an sich gab es daher einen festen Stundenplan. Es dauerte jeden Tag von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr und war in einzelne Blöcke unterteilt. Alles wurde in Videokonferenzen mit Cisco Webex durchgeführt.
Am Morgen gab es regelmäßig einen „Good morning call“, an dem alle Praktikanten teilnahmen. Bei diesem wurde immer mit einem Tool der Telekom Webseite Feedback zum letzten Tag erfragt und es wurde besprochen, was einen am aktuellen Tag erwartet.

Danach ging es schon mit dem eigentlichen Programm los. An einem Tag wurden immer ein bis drei Bereiche der Telekom vorgestellt, mal mit und mal ohne interaktive Mittel. Meiner Meinung nach waren die interaktiven Vorstellungen am besten. Das fanden viele andere auch. Ich vermute daher, dass es beim nächsten Mal mehr Interaktivität geben wird. Dazu wurde oft Kahoot oder auch Scratch genutzt, aber auch weniger bekannte Tools wie z.B. „Filius“ (App um Simulationen von Netzwerken zu erstellen) oder auch „Small basics“ (Webseite, um Programmieren zu lernen). Bei einigen Kahoot Quizzen konnte man sogar etwas gewinnen.
Meiner Meinung nach war der Vortrag über die T-Gallery das Beste. Darin wurde gezeigt, wie man IoT (= Internet of Things) - bei dem alle elektrischen Geräte miteinander verbunden werden, um am Ende ein Smarthome System zu haben - in den Alltag integrieren kann und mit welchen Mitteln dabei gearbeitet wird. Ein Beispiel dafür war ein Fotobuch, das für jede einzelne Seite die Stimmung auf den Bildern mit Ton, Licht und Fernsehern wiedergab: man öffnete eine Seite mit einem Bild von einem Wald, dann wurde das Zimmerlicht grün, die Lausprecher spielten Vogelgezwitscher und die Fernseher zeigten kurze Videoausschnitte aus Wäldern.
Am Ende des Tages gab es einen „Checkout“. Hierbei berichtete man den Praktikumsbegleitern vom Tag und gab etwas Feedback. Danach hatte man frei.

Bei meinem Praktikum konnte man zwischen einer ein- oder zweiwöchigen Variante wählen. Dadurch, dass es virtuell war, konnten viele ein Praktikum absolvieren. In der ersten Woche waren ein bisschen mehr als 35 Praktikanten dabei. In der zweiten Woche nur noch zwölf. Außerdem gab es durch die virtuelle Version den großen Vorteil, dass man sich nicht nur die Bereiche angucken konnte, die im Umkreis vertreten sind, sondern auch einen Bereich, den es z.B. nur in München gibt.

Im Praktikum wurde schon gesagt, dass die Telekom nochmal ein Praktikum in dieser Form anbieten möchte, es ist aber noch unklar wann. Die aktuellen Termine – sobald diese feststehen - befinden sich immer auf der Website der Deutschen Telekom AG.

Ich würde das Praktikum sehr empfehlen, aber nur für Personen, die auch beim Lernen auf Distanz gut zurechtgekommen sind. Mir hat es aber sehr gut gefallen.

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